Am 14.3.2024 erschienen:

Am 14.3.2024 erschienen:

In: Katharina Jacob/ Joachim Scharloth (Hrsgg.): Computergestützte Textanalyse: Genese einer transversalen Methode im Spannungsfeld von Fachgeschichten, Forschungsbiographien und Rahmenbedingungen. Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 104 (2025), 13-53
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Für die Wolfgang Spickermann gewidmete Festschrift „LIBENS LAETUS MERITO“ (Philippika 180, Wiesbaden 2024, S.227-245) habe ich wieder einmal die Placita Philosophorum untersucht: Mit Hilfe eines Vergleichs der Zitatverwendungen und ihrer Paraphrasierungen kann man sehr schön zeigen, wie antike Autoren gearbeitet haben. Die Anthologie der antiken Philosophiegeschichte, die uns in den Placita Philosophorum erhalten ist, existierte vermutlich schon vor Plutarch, doch da sie innerhalb seines Werkes überliefert wurde, bietet sich Plutarch als Ausgangspunkt an. In der Verwendung von Zitaten und Paraphrasen zeigt sich, dass die Kirchenväter Athenagoras, Hippolytos und insbesondere Eusebius einen besonderen Fokus auf die Version der Philosophiegeschichte aus dem Werkkontext Plutarchs gelegt haben, auf dessen Grundlage und nach dessen Muster sie eine eigene, durchaus in der jeweiligen Anordnung differierende Widerlegung der griechischen Philosophie als christliche Doxographie verfaßt haben.
Auf dem 54. Deutschen Historikertag in Leipzig haben wir in einer Sektion über das Thema der Reproduzierbarkeit (produzieren wir in den DH dauernd Fakes und Fehler?) diskutiert. Uwe Walter (Bielefeld) hat dazu in der FAZ v. 27.9.2023 geschrieben: „In mögliche Zukünfte zu weisen unternahm die Sektion „Fragile Fakten in der digitalen Geschichtswissenschaft“. Sie war hervorragend besetzt; die Altertumswissenschaften waren und sind überdies Vorreiter beim Aufsetzen von Datenbanken und entsprechenden Anwendungen. Doch leicht aporetisch landete man letztlich bei einer modifizierten diltheyschen Figuration: Während die klassisch-hermeneutische Methode aus gleichem Materialbestand naturgemäß nie identische Ergebnisse, sondern nur mehr oder weniger plausible Narrative hervorbringt, haben die algorithmisch verfahrenden Tools das Problem der eher geringen Reproduzierbarkeit der Resultate. Weitere Knackpunkte bilden die Nachhaltigkeit und Lesbarkeit gesammelter Daten, der enorme Aufwand, um am Ball zu bleiben, sowie die Implementierung digitalen Handwerks in die akademische Lehre.“
Die VolkswagenStiftung hat uns ein neues Projekt bewilligt: Wir möchten wir die Grundlagen für Replikationsstudien in den digitalen Geisteswissenschaften legen und durch Best Practice Beispiele zeigen, dass es möglich ist, Standards für Replikationsstudien zu entwickeln und die Anforderung der Replikationsfähigkeit in den digitalen Geisteswissenschaften mit Unterstützung und in Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften als einen grundsätzlichen Beitrag zur Qualitätssicherung zu etablieren.
Ich habe, wie viele andere auch, meine Versuche mit ChatGPT durchgeführt und habe ChatGPT mit dem platonischen λόγον δοῦναι καὶ δέξασθαι getestet: hier als Editorial in DCO 9 (2023) https://doi.org/10.11588/dco.2023.9.95246